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Zahlen & Fakten

Zahlen und Fakten


Arzneimittelfälschungen via Internet

Gefälschte Medikamente sind ein Milliardengeschäft im Internet. Von der Anonymität geschützt, verwenden skrupellose Fälscherbanden das Internet als Umschlagplatz für die gefälschte Ware: Produkte, die unter schlimmsten hygienischen Bedingungen hergestellt werden, mit Staub, Straßenfarbe, Giften und Abfall verunreinigt sind und dann über illegale Websites als vermeintlich sichere Arzneimittel in die ganze Welt bis in jede noch so kleine österreichische Gemeinde verkauft werden. Bei der von Interpol, den Zoll- und Gesundheitsbehörden akkordierten Zugriffsaktion Pangea VII im Mai 2014 wurden in Europa alleine 12.000 Websites vom Netz genommen und acht Millionen Arzneimittelfälschungen sicher gestellt.

30.000 fake pharmacy websites in Europa

Die „European Alliance of Access to Safe medicines“ (EAASM) mit Sitz in London spricht sogar davon, dass 97 Prozent aller Websites, die online Medikamente verkaufen, illegal operieren. Auch wenn durch Pangea VII 12.000 Websites abgedreht wurden, geht das Geschäft munter weiter. Die EAASM rechnet damit, dass ständig rund 30.000 „fake pharmacy websites“ in Europa online sind. Bei der Operation „Vigorali“ hat das Bundeskriminalamt im September 2014 eine Bande mitten in Wien verhaftet, die in nur zwei Jahren 12 Millionen Euro Umsatz in Österreich mit gefälschten Erektionshilfen gemacht haben. Die verkauften Viagras lagen dabei deutlich über dem offiziellen Verkaufspreis.

95% der analysierten Produkte gefälscht

Es ist in Österreich illegal, rezeptpflichtige Arzneimittel online zu verkaufen. Trotzdem gelingt es den Fälscherbanden mit gefinkelten Tricks, Kunden auf ihre Websites zu locken und ihnen gefälschte Ware zu zum Teil horrenden Preisen unterzujubeln. Die österreichische Arzneimittelbehörde AGES MEA gab im April 2015 erneut bekannt, dass 95 Prozent der von den Behörden aufgegriffenen rezeptpflichtigen Medikamente aus dem Internet Fälschungen sind.

Auf der sicheren Seite

Deshalb startet die Österreichische Apothekerkammer gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und der Polizei eine Aufklärungskampagne gegen Arzneimittelfälschungen.

Die Apothekerschaft setzt sich vehement für mehr Arzneimittelsicherheit ein und sieht es als ihre Aufgabe, die Kundinnen und Kunden vor dem gesundheitlichen Risiko, das von Arzneimittelfälschungen ausgeht, zu warnen.

 

 


Bildrechte: © W.Zobel

 

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