dopingmittel
Doping, Fälschungen

Dopingmittel

Anabolika (Anabole Steroide, Testosteron, etc.)

Die chemische Zusammensetzung und die Wirkung der meisten Anabolika leiten sich vom männlichen Sexualhormon Testosteron ab.
Durch die jahrelangen Menschen-Experimente mit Sportlern, nicht nur in der DDR-Zeit, sind die Nebenwirkungen und gravierenden Folgeschäden hinreichend bekannt.

Allgemeine Symptome
Vorzeitiger Schluss der Wachstumsfugen bei Jugendlichen mit vorzeitigem Wachstumsstopp, Bluthochdruck, Steroid-Akne, rote Hautstreifen (Striae), Fettstoffwechselstörung (LDL steigt an, HDL fällt), toxische Leberschäden mit Leberverfettung, Lebertumore, Herzkranzgefäßerkrankung mit erhöhtem Herzinfarktrisiko, Diabetes mellitus durch Abnahme der peripheren Insulinsensitivität, vermehrte Verletzungsgefahr an Sehnen und Bändern

Risiken und Nebenwirkungen bei Männern
Impotenz, Hodenschrumpfung mit vermindertem Ejakulat, Prostatavergrößerung mit dem Risiko von Prostatakrebs, Zeugungsunfähigkeit, Gynäkomastie (Brustwachstum), Haarausfall

Risiken und Nebenwirkungen bei Frauen
Virilisierung (Vermännlichung) mit männlichen Gesichtszügen, vermehrter Körperbehaarung und Bartwuchs, Stimmveränderung mit vertiefter Stimme, stark vergrößerter Klitoris, Amenorrhoe (Ausbleiben der Regel), Unfruchtbarkeit

Psychische Symptome
Psychische Abhängigkeit, Abnahme von Gedächtnisleistung und Konzentration, Steigerung der Aggressivität mit Gewaltbereitschaft, nach dem Absetzen Stimmungstief mit Depressionen.

 

Erythropoetin (EPO, CERA)

EPO ist in letzter Zeit eine der bekanntesten Dopingsubstanzen. Durch die Steigerung der Anzahl von roten Blutkörperchen kann mehr Sauerstoff transportiert werden. Ähnliche Effekte treten beim Blutdoping auf.

Durch eine Vielzahl von  aufsehenerregenden Dopingfällen wird EPO (neben Anabolika) in der Öffentlichkeit als das Doping-Mittel schlechthin wahrgenommen. In der Berichterstattung werden die Nebenwirkungen selten erwähnt:

Durch die EPO-Gabe steigt die Blutviskosität (eingedicktes Blut) um bis zu 30%, der Blutdruck wird erhöht, die Gefahr von Thrombosen, Embolien, Herzinfarkten und Schlaganfällen nimmt deutlich zu. Es kann zu kritischen Herzfrequenzabfall im Schlaf kommen,

Zudem sinkt die Lymphozytenzahl und die Infektanfälligkeit sowie das Tumorwachstums bei Krebspatienten mit verkürzter Überlebensdauer, nimmt zu.

 

Wachstumshormon (HGH)

Das menschliche Wachstumshormon wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Seit 1985 kann es auch gentechnologisch hergestellt werden, viele Schwarzmarktprodukte werden aber noch immer aus Leichen entnommen.

HGH bewirkt die Reduktion von Körperfett und die Zunahme von Muskelmasse.

Als Nebenwirkungen treten auf: Vergrößerung der Kiefer-Kinn-Partie, verstärktes Wachstum von Fingern, Händen, Zehen, Füßen, Nase und Jochbein, auch innere Organe nehmen an Größe zu. Erhöhtes Diabetes-Risiko, Blut-Hochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Gelenkschmerzen, und Zunahme von Tumorhäufigkeit

 

Narkotika

Dazu zählen starke Schmerzmittel aus der Klasse der Opiate (z.B. Morphin, Heroin, Methadon). Sie dämmen den Schmerz, in geringen Dosierungen heben sie die Stimmung.

Nebenwirkungen: Abhängigkeit, Bewusstseinstrübung, Stimmungsschwankungen, psychische Störungen, Lähmung des Atemzentrums bis hin zum Tod.

 

Stimulanzien (Aufputschmittel)

Diese Substanzen (z.B. Amphetamine, Ephedrin, Kokain, Ecstasy) bewirken eine Erhöhung des Energieumsatzes und verzögern bzw. unterdücken die Ermüdung. Sie steigern die Körpertemperatur, den Herzschlag, den Blutdruck und führen zu Euphorie und den Verbrauch der „geschützten“ Energiereserven.

Nebenwirkungen: Stresssymptomen, Unrast, Aggression sowie zu psychischen Störungen wie Depressionen und Suchtverhalten. Die Erhöhung von Körpertemperatur und Herzschlag kann zu Problemen des Herz-Kreislauf-Systems durch Überlastung führen.

Hohe Dosierungen schalten das körpereigene Warnsystem aus, die „eisernen“ (autonomen) Energiereserven werden aufgebraucht. Dadurch kann es zu schweren Erschöpfungszuständen und im Extremfall zum Tod kommen.

 

Diuretika

Fördern die Urin-Ausscheidung und führen z.B. zu einem schnelleren Gewichtsverlust (u.a. um in einer geringeren Gewichtsklasse antreten zu können) bzw. zu einer starken Verwässerung der Urinprobe.

Nebenwirkungen: Blutdruckabfall,  Muskelkrämpfe, Kreislaufkollaps, Magen-, Darm- und Nierenprobleme, Impotenz bei Männern, Menstruationsstörungen bei Frauen.

 

Gendoping

Das gezielte Einbringen von Genen in bestimmte menschliche Zellen soll Krankheiten heilen, die durch einen Gendefekt hervorgerufen werden. Die Betroffenen könnten so auf eine Vielzahl von Medikamenten verzichten und hätten eine bessere Lebensqualität.

Jegliche Art der Leistungssteigerung durch Gendoping im Sport ist innerhalb und außerhalb von Wettkämpfen verboten.

Über die langfristigen Auswirkungen ist heute noch nichts bekannt. Jeder Eingriff in die Zellstruktur bzw. das Genom des Menschen ist mit nicht abschätzbaren Risiken verbunden.

 

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) werden meist als völlig unbedenklich eingeschätzt. Wie sollten Vitamine, Eiweiß, Kohlenhydrate oder Mineralstoffe zu Verstößen gegen die Anti-Doping Bestimmungen führen? Leider ist das oftmals ein Irrtum. Denn NEM können verbotene Substanzen ent­halten oder z.B. mit anabolen Steroiden verunreinigt sein.

In mehreren unabhängigen Studien wurden bei der Analyse von NEM bei bis zu 25 Prozent der Produkte verbotene Substanzen gefunden. Eine Verunreinigung kann entweder unabsichtlich entstehen (z.B. durch mangelnde Sorgfalt bei der Produktion) oder aber ganz bewusst herbeigeführt werden, um die Nachfrage durch die “spürbare” Wirkung der Präparate zu steigern.

Neben den üblichen Inhaltsstoffen finden sich immer wieder auch anabole Steroide oder so genannte Prohormone in den Produkten. In manchen Fällen werden diese Substanzen auf der Verpackung sogar demonstrativ beworben, meistens werden aber nicht alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung angegeben.

Da der Markt mit NEM sehr lukrativ ist, ist mittlerweile auch die organisierte Kriminalität auf dieses Geschäftsfeld aufmerksam geworden. Die größte Gefahr besteht bei Präparaten, die über das Internet bestellt wurden. Neben dem Risiko von Verunreinigungen besteht auch die Wahr­scheinlichkeit, dass die ausgelieferten Produkte unter unhygienischen Bedingungen gefälscht wurden.

 

NEM und positive Analysen

Jeder Sportler ist selbst für alle Substanzen ver­antwortlich, die sich in seinem Körper oder in seinen Körperflüssigkeiten befinden. Daher muss er sich auch vergewissern, dass jedes Arzneimittel, jedes NEM oder jedes sonstige Präparat keine verbotenen Substanzen enthält bzw. nicht mit verbotenen Methoden angewendet wird.

Aus dieser Verpflichtung der Sportler (“strict liability”) ergibt sich, dass eine positive Analyse in aller Regel als Verstoß gegen die Anti-Doping Bestimmungen gilt und je nach individueller Sachlage mit einer mehrmonatigen oder mehrjährigen Sperre geahndet wird.

 

Empfehlungen der NADA Austria 

  • NEM ersetzen keine ausgewogene Ernährung. Sie können ein Fehlverhalten in der Ernährung nicht korrigieren. Es gibt keine Wundermittel, wie in der Werbung oft vorgespielt wird.
  • NEM können in gewissen Situationen wie hoher Belastung oder Stress als befristete Ergänzung der Basisernährung durchaus Sinn machen. Grundlegende Voraussetzung ist aber eine Analyse und Beratung durch eine Fachperson.
  • NEM sollten nur nach Anweisung von Fachpersonen in der angegebenen Dosierung und Zeitspanne angewendet werden. Von einer Dauereinnahme oder Kombination von mehreren Präparaten oder einer gleichzeitigen Einnahme mit Medikamenten ist jedenfalls abzuraten.
  • Die Herstellung von NEM unterliegt nicht den hohen Qualitätsstandards und Normen des Austria Codex, daher gibt die NADA Austria für diese Produkte auch keine Stellungnahme hinsichtlich Reinheit oder Unbedenklichkeit ab.
  • Die Medikamentenabfrage der NADA Austria klassifiziert ausschließlich humanmedizinische Arzneimittel des Austria Codex hinsichtlich ihrer Zulässigkeit nach der aktuellen Verbotsliste.
  • Sollten Sportler trotz der genannten Risiken und in Abstimmung mit einer Fachperson nicht auf die Einnahme von NEM verzichten wollen, so sollte versucht werden, das Risiko einer Verunreinigung so gering als möglich zu halten.
  • Eine diesbezügliche Hilfestellung bieten z.B. die Seiten www.informed-sport.com und www.koelnerliste.com

Mehr Info unter www.nada.at

 


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