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Pangea IX: Beeindruckende Erfolgsbilanz im Kampf gegen Arzneimittelkriminalität im Internet


Innen-, Gesundheits- und Finanzministerium wirkten an der weltweiten Operation Pangea IX intensiv mit

Wien (OTS) – Das Projekt Pangea I startete 2008 mit acht teilnehmenden Ländern. Im Laufe der Jahre erweiterte sich der Teilnehmerkreis im Kampf gegen Arzneimittelkriminalität rasant.

In Österreich beteiligten sich das Bundeskriminalamt, die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der österreichische Zoll gemeinsam an der internationalen Aktionswoche im Kampf gegen den Verkauf illegaler Medikamente im Internet. Die Operation Pangea IX fand dieses Jahr von 30. Mai bis 7. Juni 2016 statt und untermauerte einmal mehr die hervorragende Zusammenarbeit zwischen nationalen und internationalen Behörden sowie Agenturen.

Die Operationen haben neben der Sicherstellung von gefälschten Präparaten, vor allem die Ausforschung von Herstellern und Händlern sowie die Schließung von kriminellen Anbieter-Homepages zum Ziel. Darüber hinaus soll die Öffentlichkeit durch das Projekt auf Risiken beim Arzneimittelkauf im Internet aufmerksam gemacht werden.

Die polizeilichen Ermittlungen wurden in der Zentralstelle für Doping-, Arzneimittelkriminalität und Wettbetrug im Bundeskriminalamt (BK) koordiniert. „Diese eigens installierte Stelle ist die österreichische Drehscheibe zur Bekämpfung der Arzneimittelkriminalität“, so Innenminister Wolfgang Sobotka. „Denn gerade im Bereich des Internets braucht es einen engen sowohl nationalen als auch grenzüberschreitenden Behördenaustausch und derartige erfolgreiche internationale Operationen wie Pangea.“

Im Zuge der diesjährigen Aktion konnte die Polizei Querverbindungen zu bereits in ganz Europa anhängigen Verfahren gegen organisierte kriminelle Verbindungen herstellen. Bei den Recherchen wurden 19 verdächtige Internetanbieter ausgeforscht und die Schließung der Seiten über Interpol initiiert. In Kärnten konnte ein sogenanntes Untergrundlabor (U-Lab) zur Herstellung von Wachstumshormonen und Steroiden ausgeforscht werden. Bei mehreren Hausdurchsuchungen wurden große Mengen an sowohl fertigen Dopingpräparaten und Arzneimittelwirkstoffen als auch entsprechende Gerätschaften zur Herstellung dieser verbotenen Substanzen sichergestellt. Die Präparate wurden national als auch international versendet.

„Das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen und die AGES arbeiten seit Jahren eng und erfolgreich mit den Ermittlern von Zoll und Bundeskriminalamt zusammen, um Einfuhr und Verkauf illegaler Arzneimittel nach Österreich zu verhindern“, betont Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser. „Illegale und gefälschte Arzneimittel werden meist im Internet bestellt. Von diesen Fälschungen können enorme Gesundheitsrisiken ausgehen, da diese unter unkontrollierten und nicht nachvollziehbaren Bedingungen erzeugt werden und die erforderlichen Qualitätsstandards nicht erfüllen. So wurden in Fälschungen schon Rattenkot, Straßenfarbe oder Möbelpolitur gefunden. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen nimmt die AGES Medizinmarktaufsicht hier Aufgaben in der Arzneimittelkontrolle und Überwachung wahr.“ Ein wichtiger Teil der Medizinmarktaufsicht ist dabei das behördliche Arzneimittelkontrolllabor (OMCL, engl. Official Medicines Control Laboratory), dessen Kernaufgabe die Überprüfung der Qualität von Arzneimitteln sowohl des legalen Marktes, aber auch Analyse und Bewertung von verdächtigen Proben des illegalen Marktes ist. Das OMCL ist Mitglied im Europäischen Netzwerk behördlicher Arzneimittelkontrolllabore und nach ISO 17025 akkreditiert, dem Qualitätsstandard, der für verifizierbare und korrekte Ergebnisse bürgt. Illegale Arzneimittel und Fälschungen können von der AGES Medizinmarktaufsicht somit rasch und verlässlich identifiziert werden. Die AGES beschäftigt zudem hochspezialisierte MitarbeiterInnen, die sich um die Identifikation und Eindämmung von illegalen und gefälschten Arzneimitteln am österreichischen Markt kümmern. Im Rahmen der europäischen Gesetzgebung (delegierte Verordnung (EU) 2016/161) ist geplant, alle echten Arzneimittel in den nächsten Jahren mit einem individuellen Erkennungsmerkmal auszustatten um diese anhand einer speziellen Kennzeichnung (QR-Code) in Zukunft besser von gefälschten Arzneimitteln unterscheiden zu können.

Der österreichische Zoll legte im Rahmen von Pangea IX den Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Einfuhren illegaler und gefälschter Medikamente, die online bestellt und per Post geliefert wurden. Im Postverteilerzentrum Wien-Inzersdorf wurden im Aktionszeitraum 9.936 Stück Arzneimittel im Wert von 7.189 Euro sichergestellt.

„Dem österreichischen Zoll ist der Kampf gegen Arzneimittelkriminalität ein großes Anliegen, denn das Wohl und der Schutz der Bevölkerung stehen für das Finanzressort klar im Vordergrund“, erklärte Finanzminister Hans Jörg Schelling. „Die bewährt professionelle Zusammenarbeit zwischen den Kolleginnen und Kollegen der verschiedenen Einheiten und Behörden funktioniert hervorragend, was im Rahmen dieses Projekts einmal mehr verdeutlicht wurde“.

Die beeindruckende Bilanz zeigt, dass Pangea zweifellos ein Erfolgsprojekt ist, das für mehr Gerechtigkeit und Sicherheit sorgt und den gelungenen länderübergreifenden Kampf gegen Kriminalität untermauert.

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Quelle: http://www.ots.at/pressemappe/53/aom
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