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Doping, Fälschungen

Wer dopt?


Der Einsatz (illegaler) Mittel zur Leistungssteigerung ist prinzipiell nicht auf bestimmte Sportarten, Leistungsniveaus, Gesellschafts- oder Altersschichten beschränkt. Empirisch belastbare Aussagen zur tatsächlichen Verbreitung in den jeweiligen Bereichen sind allerdings Mangelware.

 

Historische Entwicklung

Schon vor hunderten von Jahren wurde versucht, die (sportliche) Leistung mithilfe von speziellen Substanzen zu steigern.  Es kann allerdings nicht von Doping gesprochen werden, da es keine Beschränkungen oder Regeln gab. Es zeigt sich aber, dass eine Leistungssteigerung mit körperfremden Substanzen auch  schon früher versucht wurde.

Während der Olympischen Spiele im 3. Jahrhundert v. Chr. versuchten die Sportler, ihre Leistungsfähigkeit mit Pilzen zu steigern. Philostratos berichtet, dass die Ärzte bei der Vorbereitung der Sportler für die Spiele ausgesprochen hilfreich waren und dass Köche Brote mit schmerzstillenden Eigenschaften herstellten.

Es wird auch von Sportlern erzählt, die vor den Wettkämpfen angeblich Stierhoden oder sogar ganze Kühe vertilgt haben.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. sollen griechische Läufer spezielle Kräutertee-Arten zu sich genommen haben, um ihre Stärke und ihre Ausdauerleistungsfähigkeit zu erhöhen

Der Gebrauch von Dopingmitteln in der römischen Geschichte ist ebenfalls dokumentiert. Streitwagenfahrer fütterten ihre Pferde zur Leistungssteigerung mit unterschiedlichen Mixturen. Gladiatoren verwendeten ebenfalls leistungssteigernde oder aufputschende Mittel gegen Müdigkeit und Verletzungen.

Von nordischen Völkern wird überliefert, dass sie ihre Kampfkraft mithilfe von Pilzen um ein Vielfaches gesteigert haben – die Berserkerwut ist heute noch im Sprachgebrauch.

Aus dem südamerikanischen Raum sind Erzählungen von extremen Ausdauerläufen durch den Konsum von stimulierenden Pflanzen (Coca, Peytol, Guarana, etc.) bekannt. Ähnliche Meldungen und Anekdoten sind aus der ganzen Welt überliefert.

 

Doping nur im Spitzensport?

Doping lässt sich sowohl im Spitzensport, als auch im Breiten- und Freizeitsport sowie im Nachwuchssport erkennen. Zudem greift eine Reduktion auf den sportlichen Kontext viel zu kurz.

Allgemeingültige Aussagen über die tatsächliche Verbreitung können zwar nicht getroffen werden, Berichte, Studien und Statistiken über den Konsum leistungssteigernder Sub­stanzen in der Gesellschaft, im Showbusiness, im Polizei-, Sicherheits- und Militärbereich sowie in der Tierhaltung geben aber Hinweise darauf, dass Doping im Sport lediglich als eine Ausprägungsform eines viel weiter gefassten Phänomens zu betrachten ist.

Als eines der größten Probleme ist sicherlich die Anwendung von anabolen Steroiden (Anabolika) und anderen Hormonen zu sehen, dies zeigt sich auch an den Beschlagnahmungszahlen der staatlichen Ermittlungsbehörden (Zoll, Polizei, etc.). Im Vordergrund steht dabei weniger die sportliche Leistungssteigerung sondern das Bestreben, den Körper nach den eigenen Vorstellungen zu formen.

 

Doping oder Medikamentenmissbrauch?

Der Begriff „Doping“ ist für den organisierten Sportbereich reserviert. Außerhalb dieses gesellschaftlichen Teilsystems wird von „Medikamentenmissbrauch“ gesprochen, auch wenn die verwendeten Substanzen oder die Motiv-Lagen oftmals übereinstimmen.

Dass die Leistungssteigerung außerhalb des Sports gesellschaftlich durchaus akzeptiert ist, zeigt sich nicht zuletzt an der, mit dem euphemistischen Begriff „Neuro-Enhancement“ betitelten Absicht, die kognitiven Fähigkeiten zu manipulieren.

Mehr Info unter www.nada.at


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